Hybrid Plugin

Bei der vietnamesischen Mundgeige K’ni, die keinen Klangkörper hat, findet die Klangerzeugung über den Resonanzraum des Mundes des Spielers statt. Die Schwingung der angestrichenen Saite wird über einen Faden in den Mund des Spielers übertragen, der Mundraum dient zur Klangverstärkung und Klangmodulation. Man kann somit von einer Art analoger Talkbox sprechen.

Im Rahmen des Projektes „Hybrid Plugin“ haben die beiden Komponisten Steffen Krebber und Maximilian Marcoll zusammen mit der Geigenbauerin und Bratschistin Annegret Mayer-Lindenberg versucht, diese Technik der Klangerzeugung auf die Instrumente Violine, Viola und Cello zu übertragen.

Dabei sind zwei Stücke entstanden, die sehr unterschiedlich mit den Ergebnissen dieses Versuchs umgehen: Steffen Krebber wendet den entwickelten Analogfilter auf ein klassisches Streichtrio an, jeder der drei Musiker verwendet beim Spielen einen eigenen Filter, um den Klang seines Instrumentes zu modulieren. Dabei werden die im Mund gefilterten Klänge elektronisch leicht verstärkt.

Maximilian Marcoll verteilt das Spielen des Instrumentes (in diesem Fall eine präparierte Strohviola, die in Cellohaltung gespielt wird) und den Filter auf zwei Personen, die mit einem deutlichen räumlichen Abstand zueinander stehen. Beide Spieler sind voneinander abhängig in der Gestaltung des Klangs in Wechselwirkung von Instrument und Filter.

Steffen Krebber (Komposition)
Maximilian Marcoll (Komposition)
Sabine Akiko Ahrendt (Violine mit Analogfilter)
Annegret Mayer-Lindenberg (Viola mit Analogfilter, Sprecherin)
Burkart Zeller (Cello mit Analogfilter, präparierte Strohviola)
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Das Konzert, in dem die Ergebnisse des Projektes präsentiert werden, findet am
15. Dezember 2018 um 18:30 Uhr in der Kunst-Station Sankt Peter Köln statt.
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